thoughts of a fish

fragwürdige Verkaufspraxisen

Verfasst von: twoblowfish in: Juli 24, 2008

Werden Käufer des Jahreberichts an einer Schule XY und Personen, die dies ablehnen, gleich behandelt? Diese Frage muss gestellt werden, sind doch die bürokratischen Hürden für Nichtkäufer wesentlich größer, als für Käufer. Natürlich kann man argumentieren, dass es sich um eine perfekte Verkaufskampagne handelt. Doch blick man etwas über den Tellerrand, so sieht man schnell: Es wird nicht nur dem Kaufwilligen leicht gemacht seinem Wunsch nachzugehen und einen Jahresbericht zu kaufen, sondern es wird auch dem, der an diesem schulinternen Statusbericht nicht interessiert ist, besonders schwer gemacht zu verzichten.

In vorigen Jahren gab es in jeder Klasse eine Liste, in welche die Käufer eingetragen wurden. Doch anders in diesem Jahr. Es gab zwar immernoch eine Liste, doch war ihre Verwendung eine andere. Es wurde grundsätzlich davon ausgegangen, dass jeder Schüler versessen auf jenes kleine „Fast“-Buch sei. Wollte man es nicht für 6 Euro (mehr dazu später), so wurde dies vermerkt. In die Liste trug die Lehrkraft dann jene Unwilligen ein. Bis dahin nichts negatives zu erkennen, im Grunde das gleiche Resultat.

Doch wenn zusätzlich ein Grund angegeben werden muss, kann dies nicht mehr mit den „alten“ Methoden des Verkaufs verglichen werden. Werden so nicht diejenigen, die verzichten, in die Ecke gestellt und unter Druck gesetzt? Angesichts dieser Praxis ist es fragwürdig, ob jeder der ursprünglich verzichten wollte, dies auch durchhält. Vor 25 Mitschülern in einem gemeinsamen Raum einen Grund vorzubringen – traut sich das ein jeder? Hat ein Schüler beispielsweise momentan nicht das nötige Geld, so wird er also genötigt, dies vor seinen Mitschüler – Freunden und im schlimmsten Fall Feinden – vorzubringen.

Wenn man dies mit Kommentaren zu bestimmten Gründen paart, so ist diese Praxis inakzeptabel. Hat man schlichtweg keine Lust, dass ein weiteres Buch mit Klassenlisten das Regal schmückt, so ist dies nicht etwa mangelnde Identifikation mit der Schule, sondern eine logische, gut überlegte Entscheidung.

Durch eine derartige Vorgehensweise provoziert man nur – mehr Käufer findet man auch nicht.

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